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„Riesenehrfurcht" vorm Leben

Bianca Ziehmer ist rheinland-pfälzische Jagdkönigin

Von Martina Kuhn

„Ich freue mich und bin gespannt auf das, was jetzt kommt. Ich werde Kontakte knüpfen und vor allem viel über die Jagd reden." Bianca Ziehmer aus Jettenbach wurde zur zweiten rheinland-pfälzischen Jagdkönigin gewählt (wir berichteten) und wird im kommenden Jahr die Belange der Jäger repräsentieren. Die „Jägerin aus Überzeugung" sieht in der neuen Aufgabe eine große Verantwortung und erhofft sich eine persönliche Bereicherung.

Die 25-Jährige hat im Sommer das Studium der Agrarwissenschaften mit einem Master- und einem Bachelor-Abschluss erfolgreich beendet. Nach ihrer Rückkehr in die pfälzische Heimat hat sie die Leitung des landwirtschaftlichen Betriebs von Vater Klaus Ziehmer mit Mutterkuhhaltung übernommen. Zusätzlich hat sie sich als Berufsschullehrerin in Saarbrücken beworben.

Die leidenschaftliche Jägerin liebt die Natur und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Reiten und Lesen. Ihr größter Traum in beruflicher Hinsicht sei eine Promotion, erzählt sie - vorzugsweise über Wildschweine.

Ihrem Hang zur Wissenschaft sei es letztlich auch zu verdanken, dass sie am 13. Februar bei der offiziellen Eröffnung der Messe „Angeln, Jagen, Natur" in Pirmasens in das neue Ehrenamt eingeführt werde: Der Einrichtungsleiter der Lehr- und Versuchsanstalt des Hofgutes Neumühle, Karl E. Landfried, bei dem sie sich im Sommer für eine Promotion beworben hatte, habe sie auf die Idee gebracht, sich für das ihr bislang unbekannte Amt der Jagdkönigin zu bewerben.

Als Kind habe sie den Vater zur Jagd begleitet und dann vor sechs Jahren selbst aus Überzeugung den Jagdschein gemacht: „Ich sehe die Jagd als Ressourcenschutz und -nutzung. Es ist verständlich, dass viele Probleme damit haben, ein Tier zu töten. Aber die Notwendigkeit der Regulierung zum Schutz der Populationen selbst und zur Vermeidung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft sollte jedem einleuchten." Diese Sichtweise in der Öffentlichkeit zu vertreten, erscheine ihr wichtig, weshalb sie sich für das Ehrenamt beworben habe und sich schließlich gegen mehrere Kandidatinnen durchsetzen konnte.

„Das erste Reh, das ich geschossen habe, werde ich nie vergessen. Es war eine sehr intensive Erfahrung", beschreibt Ziehmer ihr erstes Jagderlebnis. Nachdem sie das Bockkitz erlegt habe, habe sie am ganzen Körper gezittert und den Jagdsitz einige Minuten nicht verlassen können. Sie habe eine „Riesenehrfurcht" vor dem Lebewesen entwickelt. Gleichzeitig sei sie aber auch stolz auf die Beute gewesen, erzählt sie.

Die Reaktionen in ihrem Umfeld seien bislang durchweg positiv gewesen. Vater Klaus, selbst langjähriger Jäger, ist stolz auf die Tochter und sieht als Landwirt in der Jagd ebenfalls eine Notwendigkeit. Mutter Dulcy kann aufgrund ihres Glaubens - sie stammt aus Sri Lanka und ist Buddhistin - die Jagd an sich nicht gutheißen, toleriert sie aber und freut sich, dass die Tochter für das Ehrenamt ausgewählt wurde.

Tipps für das kommende Jahr will sich Bianca bei ihrer Vorgängerin Hanna Katharina Merz aus Otterbach holen. Neben Bayern, wo bereits vor vier Jahren die erste Jagdkönigin gekrönt wurde, ist Rheinland-Pfalz das zweite Bundesland, in dem der Landesjagdverband ein solches Ehrenamt eingeführt hat.

BLINNS

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.281
Datum: Dienstag, den 02. Dezember 2008
Seite: Nr.18
"Deep-Link"-Referenznummer: '4380470'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper


eingestellt : 22.12.2008

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