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Zwei Gemeinden wollen abspringen


WEILERBACH: Fusion über Kreisgrenze angestrebt

Zwei Gemeinden aus der Verbandsgemeinde Wolfstein im Kreis Kusel wollen sich verändern. Jettenbachs Ortsbürgermeister Bernd Ginkel und Rothselbergs Dorfchef Rainer Mohr haben bei der Verbandsgemeinde Weilerbach darum gebeten, aufgenommen zu werden, statt Teil einer künftigen fusionierten Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein zu werden.

Weilerbachs Verbandsbürgermeisterin Anja Pfeiffer (CDU) hat am Freitagabend RHEINPFALZ-Informationen bestätigt, wonach Jettenbachs und Rothselbergs Ortsbürgermeister am Vormittag bei ihr waren, um über eine Aufnahme ihrer beiden Ortsgemeinden in die Verbandsgemeinde Weilerbach zu reden. Sie wollten die fast schon besiegelte Fusion ihrer bisherigen Verbandsgemeinde Wolfstein mit dem Nachbarn Lauterecken nicht mitmachen - zumal vor allem Jettenbach traditionell gute Verbindungen Richtung Weilerbach pflegt.

„Ich habe mir alles angehört und die beiden Ortsbürgermeister gebeten, mir einen offiziellen Brief zu schreiben', sagte Pfeiffer auf Anfrage. Diesen Brief will sie ihrem Verbandsgemeinderat vorlegen. Vor allem aber will sie sich mit diesem Brief an das Innenministerium wenden, „damit die mir sagen, was ich denn nun tun soll'.

Denn der Wunsch aus Jettenbach und Rothselberg widerspricht dem Grundsatz des Ministeriums, wonach Verbandsgemeinden nur als Ganzes fusionieren und die Kreisgrenzen dabei unangetastet bleiben sollen. Ein Wechsel von Jettenbach und Rothselberg nach Weilerbach würde gegen beide Grundprinzipien der Gebietsreform verstoßen. Allerdings: Die Landesregierung hat auch konstatiert, dass sie sich nicht in den Weg stellen würde, wenn alle Beteiligten sich einig seien.

Davon ist nicht unbedingt auszugehen. Eine Zustimmung in der Verbandsgemeinde Wolfstein scheint fraglich, die des Kreises Kusel sogar unwahrscheinlich. Denn der von Auflösung bedrohte Kreis will zwecks eigenem Überleben wachsen, nicht schrumpfen.

Anja Pfeiffer hat sich jedenfalls zurückhaltend zu der Frage geäußert, ob sie denn die beiden Ortsgemeinden überhaupt haben will. Darüber werde ihr Rat befinden, wenn sich das Ministerium festgelegt habe. Eine Tendenz wollte sie auch nicht abgeben. „Ich bin doch nicht hier, um eine Revolution anzuzetteln', sagte sie schmunzelnd.

Bernd Ginkel betonte auf Anfrage, der Ortsgemeinderat Jettenbach habe bereits in nicht öffentlicher Sitzung den Wechselwunsch einstimmig beschlossen. Ginkel: „Lauterecken liegt 20 Kilometer von uns entfernt. Mit denen haben wir nichts zu tun. Nach Weilerbach hingegen sind es nur acht.' Hinzu kämen enge Verbindungen in die Verbandsgemeinde Weilerbach hinein - vor allem nach Reichenbach-Steegen, wo Ärzte und Apotheken regelmäßig von Jettenbachern aufgesucht würden.

Die Gebühren in Lauterecken seien deutlich höher als in Weilerbach, nennt Ginkel ein weiteres Argument. Folglich komme der Wechsel den Bürgern zugute, die Ginkel am kommenden Mittwoch ab 19.30 Uhr in einer Einwohnerversammlung in der Musikantenlandhalle über die Pläne informieren will.

Die bevorstehende Fusion Lauterecken-Wolfstein könnte neben Jettenbach und Rothselberg noch weitere Ortsgemeinden im Kreis Kusel beflügeln, sich eine neue Heimat außerhalb des Kreises zu suchen. Vor allem Nußbach und Hefersweiler werden als Kandidaten genannt - sie tendieren in Richtung Rockenhausen (Donnersbergkreis). Nußbachs Ortsbürgermeister Werner Prien bestätigte, dass es in der Einwohnerschaft Diskussionen darüber gebe. Er selbst wolle sich dazu aber nicht äußern, ohne vorher mit seinem Ortsgemeinderat (Sitzung in zwei Wochen) gesprochen zu haben. (wop)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.56
Datum: Dienstag, den 06. März 2012
Seite: Nr.23
"Deep-Link"-Referenznummer: '8737357'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper


eingestellt : 07.03.2012

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