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Wohin mit den Tieren?

Rammelsbach/ Jettenbach: Neues Tierheim kann nicht alle Vierbeiner aus der Auffangstation des Tierschutzvereins aufnehmen

Von Susanne Cahn

Eigentlich sollten die Umzugsboxen bald gepackt sein - die der Tiere in der Rammelsbacher Auffangstation. Denn mit dem Ende der letzten Arbeiten am Tierheim Jettenbach soll die provisorische Auffangstation des Tierschutzvereins geschlossen werden. Doch das Tierheim hat gar nicht für alle Bewohner der Rammelsbacher „Ranch” Platz. Zudem ist die künftige Zusammenarbeit zwischen Verein und Tierheim unklar.

19 Zwinger-Hunde, zwölf im Rudel laufende Hunde, acht Katzen, ebenso viele Pferde, ein Ziegenbock, ein Hängebauchschwein und eine bunte Vogelschar zählt der stellvertretende Vorsitzende des Kuseler Tierschutzvereins, Martin Danner, als Bewohner der Rammelsbacher Auffangstation. Nach dem Plan des Landkreises sollen diese Tiere nun auf den Gangelborner Hof umziehen. Darauf wurde auch noch einmal am Mittwoch im Kreistag hingewiesen. Nach einigen Wochen Verzögerung seien die Arbeiten am Tierheim in den kommenden zwei Wochen endgültig beendet, kündigt Kreissprecher Ralf Rohe an. „Dann kommen die Tiere ins Heim, die Auffangstation wird aufgelöst.”

Doch Tierheimleiter Paul Endres kann die Tiere offenbar gar nicht alle aufnehmen: „Für ein Hunderudel haben wir hier keinen Platz”, sagt er der RHEINPFALZ. Auch die Pferde könnten aus Platzgründen nicht nach Jettenbach umziehen. Und für die Vogelschar - der Tierschutzverein kümmert sich derzeit unter anderen um Falken, Uhu, Raben, Fischreiher und Elstern - müsste laut Endres erst eine Voliere errichtet werden.

Wie der Umzug in das so lange vom Tierschutzverein ersehnte Tierheim konkret vonstatten gehen soll, weiß kurz vorher offenbar keiner der Beteiligten. Zudem erschweren gegenseitige Vorwürfe die Zusammenarbeit. Solange die künftige Kooperation noch unklar ist, liegt auch die Ankündigung des Tierschutzvereins, sich mit 20.000 Euro in den Betrieb des Tierheims einzubringen, auf Eis.

Fakt ist, dass der Tierschutzverein seine Auffangstation am Ortsrand Richtung Haschbach erhalten möchte - zumindest für verhaltensgestörte, schwer vermittelbare oder bissige Hunde. Das 30.000 Quadratmeter große Gelände ist in Besitz von Michaela Gass, der Tochter des Vorsitzenden Peter Danner. Seit sechs Jahren würden dort Notfall-Tiere aufgenommen und zum Teil wieder vermittelt, schildert Danners Sohn Martin, der sich auf dem Gelände ohne Wasser und Strom rund um die Uhr um die Tiere kümmert. Rund 50.000 Euro wurden nach seinen Angaben in das Areal um den ehemaligen Schafstall investiert. Finanziert werde das Projekt privat sowie durch Spenden; der Verein zählt rund 450 Mitglieder. Und: Martin Danner steht als Mitarbeiter im Hausmeister-Bereich auf der Lohnliste der Kreisverwaltung.

Bis zur Öffnung des Tierheims im März erhielt der Verein pro Fundtier 30 Tage lang einen Unterbringungszuschuss von den Verbandsgemeinden. Laut Danner waren dies jeweils rund 300 Euro im Monat. Die fehlen nun.

Nicht nur die Anzahl der Tiere in der Auffangstation - es werden im Übrigen immer mehr - veranlasst die Tierschützer, ihre „Ranch” weiter betreiben zu wollen. Es gibt auch unterschiedliche Auffassungen zur Tierhaltung: „Viele unserer schwierigen Hunde wurden mühsam resozialisiert und leben im Rudel”, erklärt Nadine Drumm, die im Tierschutzverein die Aufgaben der Schriftführerin wahrnimmt. Im Tierheim würden solche weiterhin mit Vorsicht zu genießenden Hunde aus Sicherheitsgründen isoliert, erläutert Drumm. Damit würden monatelange Anstrengungen für eine Vermittlung zunichte gemacht, gibt sie zu Bedenken. In einem der RHEINPFALZ vorliegenden Schreiben heißt es, das Tierheim sei nicht geeignet, schwierige Tiere wie die in Rammelsbach aufzunehmen. Dies unterstreicht auch Nadine Drumm: Die Tierschützer könnten es nicht verantworten, unvermittelbare Hunde aus ihrer Obhut in eine ungewisse Zukunft zu entlassen.

Die Tierschützer tun sich schwer, mit der bevorstehenden Abgabe von Tieren an das Heim auch eigene Einflussmöglichkeiten zu verlieren. „Im Tierheim hat das Christliche Jugenddorfwerk Wolfstein das Kommando”, stellt Kreissprecher Rohe klar und fügt hinzu, der Tierschutzverein könne sich dort ehrenamtlich einbringen. „Mit dieser Art von Zusammenarbeit bin ich nicht einverstanden”, entgegnet Peter Danner. Der Vorsitzende, der jahrelang für das Tierheim gekämpft hatte, fühlt sich abgespeist: „Ich bin doch nicht deren Schubkarrenfahrer!”

Doch nicht nur der Landkreis hat eine klare Ansage gemacht, wohin die Reise für die Tiere der Auffangstation gehen soll. Auch die Ortsgemeinde Rammelsbach steht bei dem Verein schon lange auf der Matte - wegen Lärms durch Hundegebell. „Was nicht offen ist, kann auch nicht geschlossen werden”, erklärt Martin Danner dazu lapidar. Dennoch: Als „Plan B” sucht der Verein derzeit ein neues Gelände für seine Tiere.

Tierheimleiter Paul Endres signalisiert indes Kooperationsbereitschaft. „Ich bin bereit für alles”, betont er. Allerdings fordert Endres von seinen Partnern, mit offenen Karten zu spielen. EINWURF

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Westricher Rundschau
Ausgabe: Nr.156
Datum: Samstag, den 07. Juli 2012
Seite: Nr.13
"Deep-Link"-Referenznummer: '9162700'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper


eingestellt : 10.07.2012

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