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Beim Nachbarn fremdgegangen

Redaktion vor Ort: Probleme gibt es in  Jettenbach offenbar nur wenige. Jedenfalls wurden kaum welche gestern Mittag am RHEINPFALZ-Stand angesprochen. Also blieb viel Zeit für andere Geschichten. Beispielsweise für jene, wie ein offenbar liebestoller Bock Ortsbürgermeister Bernd Ginkel verletzt hat.

 Jettenbach. Plaudern war angesagt beim Redaktion-vor-Ort-Termin gestern in  Jettenbach. Da scheute auch Amanda Kraußhaar keine Mühen, um bei den RHEINPFALZ-Redakteuren Dietmar Fligg und Wolfgang Pfeiffer vorbeizuschauen. Sie ist mit 95 Jahren die älteste Bürgerin im Musikantenort und verfolgt das Leben dort genau. Seit 90 Jahren hat sie die Dorfentwicklung miterlebt, und die sei positiv verlaufen, hat sie festgestellt.Auch Pfarrer Norman Roth war gekommen. Seit sieben Jahren ist er hier tätig, die Arbeit gefällt ihm. Wie andere Kollegen, muss auch er in diesen Zeiten knappen Geldes haushalten. Alleine die Gebäude zu unterhalten ist teuer. Dass sich Jugendliche auch noch nach der Konfirmation in der Kirchengemeinde engagieren, freut ihn.

Heinz Dick, fast 80 Jahre sei er alt, erzählte er, beklagte die spärlichen Busverbindungen. Ältere Mitbürger ohne Auto seien wegen der wenigen Busverbindungen in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Im Nachbarort Kollweiler fahre laufend ein Bus. Verbandsbürgermeister Michael Kolter – der kam später auch an den Stand –, so bittet Dick, möge sich für mehr Busverbindungen für die  Jettenbacher starkmachen.

Und dann war da noch Freddie Hebel, dessen Seele, wie er sagt, zwischen zwei Kontinenten, zwischen Deutschland und den USA, zerrissen sei. Er pendelt mehrmals im Jahr zwischen Detroit und  Jettenbach hin und her. Der ehemalige Lehrer und Landwirt, dessen Vater aus  Jettenbach stammt und in die USA auswanderte, wurde in Detroit geboren. Als Zwölfjähriger hat er erstmals  Jettenbach gesehen. Er sei damals mit einer 25-köpfigen Delegation ausgewanderter  Jettenbacher zur Glockenweihe ins Musikantendorf gekommen, erzählt er. Die Auswanderer hatten ihre Heimat nicht vergessen und den Westpfälzern zwei Glocken gespendet. Es habe ihm so gut in  Jettenbach gefallen, dass er nicht mehr nach Amerika habe zurückkehren wollen. Vor dem Abflug habe er sich im Stroh versteckt – es hatte ihn auch die Dreschmaschine fasziniert, die auf den Feldern um den Ort im Einsatz war -, um dem Rückflug zu entgehen. Aber es nutzte nichts. Er wurde entdeckt und musste mit nach Hause über den großen Teich fliegen.

Die Verbindung zu  Jettenbach aber hat seit dieser Zeit Bestand. Fred, wie ihn die Leute hier nennen, gehört zu  Jettenbach wie die Musikanten oder der Steinbruch. „Bis vor zwei Jahren war Fred der älteste Straußbub in Rheinland-Pfalz“, merkt Walter Hamm, der frühere Ortsbürgermeister, schmunzelnd an. Und auch Freddie Hebel muss schmunzeln.  Jettenbach und seine Bürger hätten ihn „fasziniert“ von Jugend an.

Gegen Ende des Ortstermins kommt Gerhard Merker, der geraume Zeit mit anderen Besuchern geplaudert hatte, vorbei, um ein Lob loszuwerden. Er mag die RHEINPFALZ und ist insbesondere von der Sonntagsausgabe begeistert. Die Wissensseite hat es ihm angetan. Was dort zu lesen sei, sei erstaunlich, und fasziniere ihn immer wieder, lobte er.

Ruckzuck gelöst war das Problem, mit dem Klaus Haaß gestern zum RHEINPFALZ-Stand kam. Er wollte neben dem Kuseler auch den Kaiserslauterer Lokalteil lesen können, aber nicht zweimal den überregionalen Teil geliefert bekommen. Am späten Nachmittag schloss er telefonisch ein digitales Abonnement für den Kaiserslauterer Teil ab; die Kuseler Ausgabe bekommt er weiterhin morgens in gedruckter Form.

Nicht vergessen wollen wir auch zwei schöne beziehungsweise lustige Vorkommnisse im familiären Kreis in  Jettenbach, für den dann auch schnell noch zwei Bänke an den RHEINPFALZ-Stand herangeschafft wurden. Gleich zu Anfang sorgte Bernd Uhl für gewaltig Aufsehen. Denn der Bäckermeister und Lebensmittelhändler kam völlig überraschend mit zwei Blechen voller Kaffeestückchen an den Stand: „Damit das hier kein Reinfall wird“, sagte er grinsend und stellte sie ab.

Er hatte davon gelesen, dass die RHEINPFALZ-Redaktion in Lauterecken einen Kuchen geliefert bekommen hatte. Daher kredenzte er nun die Kaffeestückchen, die bei den rund 35 Anwesenden und natürlich den RHEINPFALZ-Mitarbeitern sehr viel Gegenliebe fanden. Letztere durften sich dann auch mit einem Grinsen den Vorschlag anhören, sie sollten doch angesichts dieser Verpflegungs-Entwicklung mal einen Termin am Abend machen – vielleicht gebe es dann Rumpsteak mit Pommes...

Lange waren Ortsbürgermeister Bernd Ginkels Verband am rechten Zeigefinger und seine standhafte Weigerung, mit Rechts die Hand zu geben, unerwähnt geblieben. Am Ende allerdings rückte er auf Nachfrage dann doch raus mit der Geschichte. Er hat vier weibliche Schafe als tierische Rasenmäher; und um diesen einen Gefallen zu tun, lieh er sich für einige Tage einen Bock aus. Nur waren dem die vier Damen offenbar nicht genug, so dass er sich auch zu Nachbars vierbeinigen Frauen gesellte. Der Nachbar informierte Ginkel über den unerwarteten und ungewollten Herrenbesuch. Doch als dieser, seinen fremdgehenden Leihbock mit festem Griff am Horn zu den eigenen Damen zurückführen wollte, hatte der nicht wirklich Lust und riss sich los. Ergebnis: ein kaputter Mittelhandknochen und eine mutmaßlich gerissene Sehne am Zeigefinger. Ginkels Kommentar dazu: „Wäre das mein Bock gewesen, hätte ich mit ihm bereits einen Termin mit dem Metzger gemacht.“

Gibt’s bei alledem eigentlich auch Probleme in  Jettenbach? Ja! Über eines werden wir voraussichtlich morgen berichten – da sind noch Recherchen notwendig. Das andere wird sich nur schwerlich lösen lassen. Seit die Kreissparkasse in der Umgebung eine Reihe von Filialen geschlossen und Geldautomaten abgezogen habe, so erzählt Ginkel, gebe es zuweilen ein hohes Verkehrsaufkommen mitten im Ort. „Dort steht weit und breit der einzige Geldautomat, und die Leute kommen aus der gesamten Umgebung nach  Jettenbach, um hier Geld abzuheben.“ Weil es aber nahe des Geldautomaten an Parkplätzen mangele, verursache das dann und wann kleine Staus auf der Durchgangsstraße. Und: Es sei auch schon ein paar Mal vorgekommen, dass der Andrang so groß war, dass dem Automaten das Geld ausgegangen sei. (dgg/wop)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Westricher Rundschau
Ausgabe: Nr.117
Datum: Donnerstag, den 23. Mai 2013
Seite: Nr.13
"Deep-Link"-Referenznummer: '91_11214635'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper


eingestellt : 27.05.2013

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