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„Ich kann Blockaden lösen und Muskeln aktivieren“

Interview: Nicole Budach ist Tierphysiotherapeutin und Tierheilpflegerin und hat sich auf Hunde und Pferde spezialisiert


Jettenbach. Nicole Budach in Jettenbach hat einen ungewöhnlichen Beruf. Als Tierphysiotherapeutin und Tierheilpflegerin behandelt sie Hunde und Pferde, die an bestimmten Krankheiten leiden. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ berichtet sie über ihre Erfahrungen.
Frau Budach, Sie haben eine besondere Beziehung zu Tieren?Ja, das fing schon in der Kindheit an. In meinem Elternhaus gab es Wellensittiche und Schildkröten. Später schafften sich meine Eltern einen Pudel an, und von meinem ersten selbst gesparten Geld habe ich mir einen eigenen Hund gekauft. Tasja war eine Weiße Schweizer Schäferhündin, eine Rasse, die es in Europa erst wieder seit den 70er Jahren gibt. Im Unterschied zum Deutschen Schäferhund sind diese Hunde nicht so überzüchtet und weniger anfällig. Ich habe mich auch für Hundesport interessiert und bin Mitglied im Hundesportverein Kaiserslautern.
Auch jetzt haben Sie zwei Hunde?Ja, meinen Zwergpinscher Quenya, die neun Jahre alt ist, und den dreijährigen Aslan, wieder einen Weißen Schweizer Schäferhund.
Wie verlief Ihre berufliche Ausbildung?Meinen ursprünglichen Beruf als medizinisch-technische Assistentin habe ich etwa zehn Jahre ausgeübt, aber zurzeit arbeite ich Teilzeit bei der Firma Opel in Kaiserslautern im Bereich Logistik. Meine Ausbildung als Tierphysiotherapeutin und Tierheilpflegerin begann ich im Mai 2012 im Institut für Tierheilkunde (IFT) in Viernheim, einer Schule, die dem Berufsverband für Tierheilpraktik angegliedert ist. Das bedeutete zwei Jahre lang jeden Monat ein Wochenende Schule, drei einwöchige Blockphasen und dazwischen Selbstlernphasen. Die Ausbildung endete mit einer Abschlussprüfung. Im praktischen Teil musste man die Erkrankung eines Tieres erkennen und behandeln. In Deutschland gibt es den Beruf noch nicht lange, und die Bezeichnung ist nicht geschützt. In den USA, den Niederlanden oder Frankreich ist Tierphysiotherapie schon länger üblich.
Welche Tiere kommen für Sie als Patienten in Frage?Hauptsächlich Hunde und Pferde, mit Katzen habe ich noch keine Erfahrung. Haustiere sind ja oft richtige Familienmitglieder, denen man bei einer Erkrankung eine möglichst gute Pflege zukommen lassen will.
Worin besteht Ihre Tätigkeit?Ich habe seit dem 1. Mai eine mobile Praxis, so dass ich mich um die kranken Tiere in ihrer vertrauten Umgebung kümmern kann. Außerdem habe ich die Tierärzte im Umkreis besucht und mich vorgestellt, um eine mögliche Zusammenarbeit zu besprechen. Im CJD-Tierheim in Jettenbach arbeite ich ehrenamtlich. Mein Ziel ist, dass ich meine Tätigkeit einmal hauptberuflich ausüben kann.
Können Sie Beispiele für Ihre Arbeit nennen?Bei Hunden oder Pferden übernehme ich die Nachsorge, wenn sie zum Beispiel an den Beinen oder an der Hüfte operiert wurden. Außerdem kann ich Blockaden lösen und Muskeln aktivieren oder stärken. Zur Behandlung gehört oft auch eine Gangbildanalyse, die an Kopfhaltung, Hüft- und Beinbewegung zeigt, welche Probleme oder Fehlstellungen bei dem Tier vorhanden sind. Auch ältere Tiere lassen sich oft erfolgreich behandeln, so dass sie ihre natürliche Beweglichkeit länger behalten.
Welche Methoden wenden Sie an?Die wichtigsten Methoden sind Massagen und Bewegungsübungen. Aber ich arbeite auch mit Akkupunktur. Meine Quenya hatte nach der Kastration ihr Fell völlig verloren, und es ist durch Akkupunktur und Medikamente wieder vollständig gewachsen. Weitere Methoden sind die Magnetfeldtherapie oder die Blutegeltherapie, mit denen zum Beispiel bei Arthrose die Durchblutung gefördert wird.
Worin besteht die Arbeit als Tierheilpflegerin?Sie entspricht der Homöopathie beim Menschen. Zum Beispiel bekommt ein Hund bei psychischen Problemen Bachblüten als Tropfen oder Globuli.
Welche psychischen Probleme kommen bei Hunden vor?Sehr häufig ist die Angst, vor allem bei lautem Knall wie Feuerwerk oder Gewitter. Aber hier kann ich durch Bachblüten viel erreichen.
Was würden Sie empfehlen, wenn jemand einen Hund anschaffen will?Wichtig ist, dass der Hund zu dem Herrn oder der Familie passt und dass man seinen Aktivitäten gerecht wird. Wenn sich einer zum Beispiel einen Husky anschafft, dann muss er bereit sein, sich viel zu bewegen. Aber wenn jemand einen Hund möchte, sollte er auch einmal ins Tierheim kommen. Dort gibt es viele liebe Tiere und eine gute Beratung. (dhb)
 


Quelle


Ausgabe


Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 158


Datum
Freitag, den 11. Juli 2014


Seite
15
 


eingestellt : 11.07.2014

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