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Ein Leben voller Musik


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Ein Leben voller Musik
Porträt: Der Jettenbacher Walter Leonhardt feiert am Samstag sein 50. Chorleiterjubiläum – Bereits mit acht Jahren Geigespielen gelernt

Von Katharina Wilhelm
 

Jettenbach. Am Samstag wird in Jettenbach doppelt gefeiert: Neben dem Jubiläumskonzert „200 Jahre Chorsingen in Jettenbach“ in der Kirche wird Walter Leonhardt anlässlich seines 50. Chorleiterjubiläums geehrt. Der 74-Jährige erzählt von einem Leben, das von der Musik geprägt ist.

Es ist niemand bekannt, der in Jettenbach länger Chorleiter war als Walter Leonhardt. Mit acht Jahren begann er 1948 Violine zu spielen. Zwei Jahre später bekam er ein Akkordeon. „Meine Mutter zahlte das Schifferklavier damals noch in Raten ab, so teuer war das Instrument“, erinnert sich Leonhardt. „Mit 13 kam dann das Tenorhorn und 1953 bin ich in den Musikverein Jettenbach eingetreten.“ Ein paar Jahre später folgte das Trompetenspielen. „Bis vor vier Jahren habe ich noch Instrumente gespielt, die Trompete und das Akkordeon seit meiner Kindheit durchgängig“, erzählt Leonhardt. Das Akkordeon war sein Lieblingsinstrument.Vergleichsweise spät, 1960, trat er in den Gesangverein Jettenbach ein. „Ich hatte im gleichen Jahr meine Frau Rita kennengelernt, deren Mutter Schriftführerin im Gesangverein war. So kam ich zum Singen“, sagt Leonhardt. Seine Frau sei seine Triebfeder. „Sie war es auch, die mich überredet hat, von 1962 bis 1963 das erste Chorleiterseminar des Chorverbands Pfalz zu besuchen.“ Das fiel dem gelernten Werkzeugmacher nicht schwer. „Die musikalische Begabung liegt in unserer Familie. Mein Großvater war Wandermusikant“, erzählt Leonhardt.
Seit dem erfolgreichen Abschluss des Chorleiterseminars hat Walter Leonhardt zahlreiche Chöre geführt, darunter den Frauenchor Kollweiler, den Gesangverein Bosenbach, und bis heute den Gesangverein Jettenbach, die Jettenbacher „Schoppeschlicker“ und den Selberg-Chor Rothselberg. „Die ,Schoppeschlicker’ liegen mir besonders am Herzen, wir sind alle privat befreundet“, sagt Leonhardt. Entstanden sind die „Schoppeschlicker“ wie viele Projekte des 74-Jährigen auf den Prunksitzungen in Jettenbach. „Irgendwann wollten wir dann nicht mehr nur an Fasching singen und haben unser Repertoire erweitert.“ Er war weiterhin Gruppenchorleiter mehrerer Chöre, Kreischorleiter im Sängerkreis Glan/Lauter, Blasmusiker im Arbeiter-Musikverein und Akkordeonspieler im „Königsland-Trio“.

„Meine Frau und ich waren sehr beschäftigt und aktiv an Fasching, teilweise habe ich mit den ,Schoppeschlickern’, dem ,Königsland-Trio’ und dem Musikverein große Teile der Prunksitzungen bestritten“, erzählt er. Heute sind die Leonhardts aus gesundheitlichen Gründen nur noch Zuschauer. Im Chorleiterchor Pfalz ist Leonhardt seit Gründung Mitglied. „Wir proben einmal im Monat“, sagt Leonhardt. „In Jettenbach und Rothselberg bin ich einmal die Woche.“

In den 1980er Jahren war er fast jeden Tag als Chorleiter unterwegs. „Das geht natürlich auch an der Familie nicht spurlos vorüber“, gesteht Leonhardt. „Aber meine Frau hat immer hinter mir gestanden.“

Besondere Auftritte hatte Leonhardt in seinen 50 Jahren als Chorleiter viele. „Die höchste Zahl an Leuten, die ich dirigiert habe, waren bei einigen Sängerfesten die 150 Aktiven der Chöre Jettenbach, Bosenbach und Rothselberg zusammen. Dann erinnere ich mich gut an den Auftritt mit vielen anderen Chören gemeinsam auf dem Rheinland-Pfalz-Tag im Fritz-Walter-Stadion 1988“, so der FCK-Fan. „Mit dem Chorleiterchor habe ich sogar 2013 im Petersdom eine Messe gesungen. Und gemeinsam mit den ,Schoppeschlickern’ haben wir in Wien während eines Spontanauftritts beim Heurigen die dortigen Schrammelmusiker sozusagen vertrieben“, erinnert sich Leonhardt. Sein musikalisches Wirken wurde 1988 bereits mit der Gedenkmedaille des Landkreises Kusel und elf Jahre später mit der rheinland-pfälzischen Ehrennadel gewürdigt.

Besonders liebt er Unterhaltungsmusik und Operetten. „Mit moderner Musik kann ich nicht so viel anfangen, da ist allein das Englisch schon ein Problem“, sagt Leonhardt. Er singe noch immer leidenschaftlich gern. „Die Musik wird durch meinen Sohn Jochen in der Familie Leonhardt ohnehin weiter bestehen“, weiß er. „Sie wurde ihm wie mir in die Wiege gelegt. Er leitet jetzt auch einen eigenen Chor und ich bin ihm für seine Klavierbegleitungen bei zahlreichen Veranstaltungen zutiefst dankbar.“

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 60
Datum Donnerstag, den 12. März 2015
Seite 16


eingestellt : 26.04.2015

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