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Das Wirtschaftsleben früher und heute

In früheren Jahrhunderten lebten die meisten Menschen in unserem Dorf von der Landwirtschaft. Ob sie nun als selbständige Bauern, als Pächter oder Hirten hier lebten sei einmal nicht näher dargestellt. Auch die meisten Handwerker des Dorfes konnten nicht allein von ihrem Gewerbe leben und betrieben nebenbei noch eine kleine Landwirtschaft.
Besonderheiten von diesen Dorfbewohnern gibt es nicht viele zu erzählen, denn die Verhältnisse sind auf fast jedes andere Dorf in der Westpfalz zu übertragen.
Erst nach 1800 begann in Jettenbach aus landwirtschaftlicher Sicht ein gewisser Aufschwung. Verbesserte Anbaumethoden steigerten die Erträge der Äcker und Wiesen. Insbesondere die Zucht des Glan-Donnersberger Viehschlags wirkte sich vorteilhaft auf die Viehbestände der Bauern aus. Viele Kleinbauern konnten sich keine gesonderten Zugtiere (Pferde oder Ochsen) leisten und so bot die Kuh dieser Rasse neben einer zufriedenstellenden Milchleistung auch eine gute Arbeitsleistung. 1860 erhielt unser Dorf sogar einmal eine Auszeichnung vom landwirtschaftlichen Verein wegen der Zuchterfolge dieser Rasse.
Leider verschwand der Viehschlag der Glan-Donnersberger nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr aus unseren Ställen. Man hielt nun ausgesprochene Milch- oder Fleischrassen. Heute gibt es nur noch drei landwirtschaftliche Betrieb im Dorf, welche Viehzucht betreiben. Lediglich ein Bauer ist noch als Milcherzeuger zu bezeichnen. Leider wird dieser Betrieb im kommenden Jahr (2005) aus Altersgründen aufgelassen.
Die Pferdezucht spielte in Jettenbach keine allzu große Bedeutung. Bedenkt man, daß vor 1800 nur wenige Bauern ein Pferd besaßen und sie sich meist der Ochsen als Zugvieh bedienten, wurde ein Pferd damals mehr aus Prestigegründen gehalten.
Erst im 19. und 20. Jh. gewannen die Pferde als Zugtier Bedeutung in unseren Bauernbetrieben, bis die Motorisierung der Landwirtschaft sie wieder verdrängte. Heute gibt es neben einem Reitstall auch einige private Pferdehalter im Dorf.
Eine größere Anzahl von Schafen, welche in einer gemeindlichen Herde zusammengefaßt waren, gab es bis zur Mitte des 19. Jh. in Jettenbach. Bedenkt man, daß das Schaf in früheren Jahrhunderten einmal als Hauptfleischlieferant gehalten wurde, so ist es allmählich in die Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Die Ziegenhaltung spielte nur in ausgesprochenen Notzeiten eine Rolle.
Neben den üblichen Getreidesorten war der Handel mit Rapssamen zwischen 1820 und 1830 eine bedeutende Einnahmequelle für unsere Bauern. Um 1870 bot der Handel mit Krautsamen eine Zuverdienst für die Haushalte.
In den letzten Jahren ging auch der Ackerbau (Getreideanbau) immer mehr zurück. Viele Äcker wurden in Dauerbrache oder Dauergrünland umgewandelt. Hackfrüchte (Kartoffel, Rüben) und Mais sind schon seit über zehn Jahren keine mehr auf den Feldern anzutreffen.
Nach einer durchgeführten Flurbereinigung um 1970 begann die Landesforstverwaltung Flächen aufzukaufen und bepflanzte sie mit Wald. So wurden seit damals annähernd 200 ha. neue Waldflächen angelegt. Besonders erwähnenswert sind etliche Sonderflächen, die der Saatgutgewinnung dienen sowie eine 5 ha. große Speierlingskultur. Diese wurde überaus erfolgreich mit unterschiedlichen europäischen Speierlingspflanzen angelegt.
Neben den Aufforstungsmaßnahmen der Landesforstverwaltung sind in den letzten Jahren auch größere Privatwaldflächen angelegt worden..


Der Bergbau
Schon im Mittelalter nutzte man die in unserem Gebiet anstehenden Kalksteine. Ein Kalkofen aus dieser Zeit wurde 1973 bei einem Pipelinebau freigelegt. Diese, in Jettenbach anstehenden Kalksteine, wurden später im Tagebau sowie im Untertagebau gefördert und auch hier gebrannt.
Verwendete man den Kalk vorerst für den Hausbau, so erkannte man später gleichfalls seinen Vorteil zum Düngen. Hierzu durften die Bauern auf ihren eigenen Äckern nach Kalk graben.
Der letzte Kalkstollen schloß 1902, nachdem sich ein tödlicher Unfall ereignet hatte.

Andere Bergbautätigkeiten waren die Suche nach Eisenerz. Dieses wurde an zwei Stellen auf Jettenbacher Gemarkung gewonnen und zur Verhüttung abtransportiert. Im gleichen Zeitraum (zwischen 1770 und 1790) schürfte man in zwei Stollen nach Quecksilber. Da die Quecksilberausbeute zu gering war, wurden auch diese Stollen wieder aufgelassen.
Ergiebiger waren die geringen Kohlenflöze, welche in Jettenbach anzutreffen sind. Ihr Abbau begann gleichfalls im ausgehenden 18. Jh. . Diese, an verschiedenen Stellen in Jettenbach anzutreffenden Kohlelagen, gehören der Odenbacher Schicht an, haben aber nur eine stärke von bis zu 20 cm. Der letzte Versuch Brennmaterial aus dem Berg zu fördern war nach dem Ersten Weltkrieg, als man einen alten Stollen nochmals erschloß.

Die Hartsteingewinnung
Ergiebiger und gewinnbringender als die geringen Bergwerke erwies sich nach der Jahrhundertwende (19./20. Jh.) der Hartsteinabbau. An mehreren Stellen des Potschberges wurden damals kleine Steinbrüche zur Herstellung von Kopfsteinpflaster erschlossen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in diesen Brüchen wieder Steinmaterial gewonnen. 1961 konnte die Gemeinde ihre am Potschberg gelegenen Brüche an die Basalt AG, Linz am Rhein verpachten. Mit diesem Unternehmen begann dann der allmähliche Ausbau des Jettenbacher Steinbruches zu einem der leistungsfähigsten Steinbruchbetriebe der Westpfalz. Heute werden hier jährlich bis zu 600 000 t. Steinmaterial verarbeitet. Dem Betrieb ist noch eine Bitumenmischanlage angeschlossen, welche auch bis zu 30 000 t. Straßenbelagsmaterial ausbringen kann.
Für Jettenbach bedeuten diese beiden Betriebsanlagen eine gesicherte und rentable Einnahmequelle.


Die Handwerksbetriebe im Dorf
Neben den in größeren Dörfern der Westpfalz anzutreffenden ortstypischen Handwerksbetrieben, wie Bäcker, Metzger, Schneider usw. sind für unser Dorf kaum besonders seltene oder ausgefallene Berufszweige aufzuführen, welche über einen längeren Zeitraum hier ansässig waren.
Trotzdem sind einige zu nennen. Hierzu der Perückenmacher Dietrich Schmitt , welcher sich 1764 von Mosbach am Neckar, nach Jettenbach verheiratete.
Im letzten Drittel des 19. Jh. betrieb in Jettenbach der Gastwirt Wilhelm Braun eine eigene Brauerei. Überbleibsel dieser Brauerei ist der alte Eiskeller am heutigen Kerweplatz. Hier lagerte der Wirt sein Eis bis weit in den Sommer hinein, um das Bier zu kühlen.
Im Umfeld der Wandermusikanten konnten die Schneider des Dorfes über Winter den neu zusammengestellten Musikergruppen einheitliche Uniformen nähen. Hierzu brauchte man aber auch noch eine passende Kappe. Diese stellte der ortsansässige Kappenmacher Ludwig Schuck her. Auch dieses Handwerk zählt zu einer nicht alltäglichen Berufsgruppe

Zu den außergewöhnlichen Handwerksbetrieben des Dorfes können auch zwei Ziegeleien genannt werden. Die erste Ziegelei wurde 1761 errichtet und bestand etwas mehr als 20 Jahre.
Eine weitere Ziegelei entstand nach 1856 in Ortsnähe auf dem Windhof. Diese bestand bis 1894, als der Ziegeleibesitzer völlig überschuldet seinen Betrieb aufgab.

Zu den Handwerksbetrieb ist auch die Jettenbacher Mühle zu zählen. Sie lag außerhalb des Dorfes in Richtung Eßweiler. Die erste Errichtung einer kleinen Mühle fällt ins Jahr 1714. Mehrere Besitzerwechsel erlebte die Mühle im 18. Jh.. Erst 1784 gelangte die Mühle in Besitz der Bauernfamilie Hertel, welche die kleine Mühle abriß und durch ein stattliches Wohngebäude mit Mühlenteil ersetzte. Ein angeschlossener landwirtschaftlicher Betrieb ermöglichte den neuen Besitzern eine gesichertes Auskommen. Die Stillegung der Mühle erfolgte zwischen den beiden Weltkriegen. Ihre Wasserstärke wurde 1933 mit 4 – 6 Wasser-PS angegeben.
Heute befindet sich auf dem ehemaligen Mühlengelände ein Aussiedlerhof.

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